Wissens-Management
Ein bewusster Umgang mit Wissen fokussiert sich nicht darauf,
die Menge an verfügbaren Informationen zu steigern, sondern
darauf, die Qualität des Auffindens und Bewertens relevanter
Informationen zu steigern. Mithin gehört zum Wissensmanagement
das Festhalten versteckten Unternehmenswissens ebenso wie das
Aussortieren von Überflüssigem.
Unter Wissensmanagement versteht das EIKV sehr pragmatisch
die Organisation der Bereitstellung, der Verteilung und der
Nutzung aller Informationen und Fähigkeiten für eine
optimale Erledigung vorgegebener Aufgaben unter Einbeziehung
und Berücksichtigung von organisatorischen Strukturen und
Rahmenbedingungen sowie dem Verhalten der Mitarbeiter.
Technisch sind alle Möglichkeiten moderner Informations-
und Kommunikations-Infrastrukturen zu nutzen, sachlich gilt
es, neben bereits vorhandenen Informations- und Wissensbeständen
auch das latente Wissen der Mitarbeiter (Erfahrungswissen, "tacit
knowledge") zugänglich zu machen, u.a. durch Aufbau
von Erfahrungs- und Kompetenzdatenbanken.
Ziel des Wissensmanagements ist es, das weltweit zur Verfügung
stehende Know-how und die in den Köpfen der Mitarbeiter
steckenden offenen und verdeckten Fähigkeiten für
ein Unternehmen so verfügbar zu machen, dass sie effektiv
und effizient für die Aufgabenerfüllung nutzbar sind.
|
Wissensmanagment
in der Praxis
Nur wenige sind bereit,
diesen Weg konsequent zu gehen, stellt Prof. Dr. André
F. Reuter fest. Als Mitglied des „Advisory Board eEurope“
der EU-Kommission in Brüssel befasst sich der luxemburgische
Professor unter anderem intensiv mit Methoden und Modellen,
die es erlauben, immaterielle Vermögenswerte in einem Unternehmen
messbar zu machen.
Dass solche Werte den Marktwert eines Unternehmens enorm steigern,
sei vielen Führungskräften noch zu wenig bewusst,
sagt er. „Doch wir befinden uns auf dem Weg zur virtuellen
Ökonomie“, so Reuter.
Spätestens in einigen Jahren, wenn die Unternehmen der
Europäischen Union neben den materiellen auch die immateriellen
Werte wie etwa das Wissen der Mitarbeitenden in der Bilanz ausweisen
müssten, werde die Frage entscheidend: Welche „Social
Values“ und „Corporate Values“ machen mein
Unternehmen wertvoll?
|